So sehen Jogi Löws Pläne für die Europameisterschaft 2021 aus

Thomas Vogt
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Juni 7th 2021, 11:08 pm
Last Updated 4 Monaten ago

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Deutschland Jogi Löw

Für Joachim Löw wird die EM 2021 das letzte Turnier als DFB-Coach sein. Er hat bereits vorher angekündigt nicht mehr als Trainer der Deutschen weitermachen zu wollen. Mit einer jungen und dynamischen Mannschaft will er noch einmal für Furore sorgen.

Löw, der Erfolgstrainer

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2004 in Portugal ohne einen Sieg nach der Vorrunde abreisen musste, war klar, dass es eine Veränderung geben musste. Rudi Völler trat als Teamchef zurück und mit Klinsmann als neuen Trainer, Joachim Löw als Co-Trainer und Oliver Bierhoff als Teammanager verpflichtete man ein Erfolgs-Trio, dass die DFB-Elf bei der Heim-WM 2006 auf Platz 3. dirigieren konnten. Nach der WM 2006 wurde Löw dann zum neuen Cheftrainer befördert, der bereits als Co-Trainer unter Klinsmann die taktischen Fäden zog.

Mit Ausnahme der WM 2018, als man bereits in der Vorrunde sensationell ausschied, erreichte “Die Mannschaft” unter Trainer Löw bei großen Turnieren mindestens immer das Halbfinale. 2008 wurde man Vize-Europameister, bei der WM 2010 Dritter, bei der EM 2012 und EM 2016 erreichte man jeweils das Halbfinale. Der größte Triumph war sicherlich der WM-Titel 2014. 2017 gewann man mit Löw zudem den Konföderationen-Pokal.

Die EM 2021 als letztes Turnier

Am 9. März informierte der Bundestrainer die Öffentlichkeit mit seinem Rücktritt nach der Europameisterschaft. Ex-Bayern Trainer Hansi Flick wird dann das Ruder vorläufig bis 2024 übernehmen. Flick war zuvor bereits Co-Trainer unter Löw und zwar von 2006 bis 2014.

Nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 will Löw bei der paneuropäischen EM 2021 wieder mit den besten Teams mithalten. Er weiß aber, dass man in der aktuellen Verfassung nicht zu den Top-Favoriten auf den EM Sieg zählt. Viele taktische Experimente und schwache Resultate gegen mittelstarke Gegner ließen immer wieder Kritik aufkommen und haben definitiv am Selbstvertrauen und der Motivation von einigen Spielern genagt.

In der WM Quali 2022 im März verlor man zu Hause gegen EM-Teilnehmer Nordmazedonien mit 1:2. Im EM-Vorbereitungsspiel gegen Dänemark kam man nicht über ein 1:1 hinaus. In der Nations League 2020/2021 setzte es im vergangenen November eine herbe 6:0 Auswärtsniederlage gegen Spanien.

Der DFB-Elf fehlt es an Konstanz und einer klaren Linie. Auch zwei Jahre nach der WM 2018 ist Löw immer noch auf der Suche nach einem Stammkader. Viele junge Spieler feierte zwar ihr Nationalmannschaftsdebüt, konnten sich aber nie richtig etablieren. Zudem sorgten oft fragwürdige Entscheidungen für viel Unverständnis, wie etwa der Verzicht von Thomas Müller oder Mats Hummels.

Löws EM Kader und der Plan für den ersten EM Titel seit 1996

Trotz der geringen Erwartungen, muss man die deutsche Nationalelf immer auf dem Zettel haben. Oft genug hat man bewiesen, dass man eine Turniermannschaft ist und man Leistung in jedem Spiel abrufen kann, besonders wenn man in der K.0.- Phase steht.

Um den vierten EM-Titel zu holen, will Löw auf eine starke Abwehr bauen. In der Todesgruppe F mit Frankreich, Ungarn und Portugal will er so wenig Gegentore kassieren wie möglich. Gerät man gegen Frankreich oder Portugal in Rückstand wird es sehr schwer gegen diese Top-Teams zu punkten.

Gegentore verhindern sollen in erster Linie der wieder nominierte Mats Hummels und Chelsea`s Anton Rüdiger, der als frischgebackener Champions League Sieger zur EM kommt. Bei einer Dreierreihe kommt noch Bayerns Niklas Süle hinzu. Im Tor wird wie gewohnt Kapitän Manuel Neuer auflaufen. Erreichen alle ihre Topform, hat Löw definitiv eine starke Abwehrreihe zur Verfügung.

Im Mittelfeld kommt Allrounder Kimmich als defensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz. Vor ihm dürften City-Star Gündogan und Real Madrid-Star Toni Kroos Regie führen. Fällt allerdings einer dieser Spieler aus, steht kein gleichwertiger Ersatz bereit.

In der Offensive hat Löw mehr Flexibilität als im Mittelfeld. Auf den Flügeln hat er mit Havertz, Sane, Rückkehrer Thomas Müller, und Gnabry echte Waffen verfügbar. Im Sturmzentrum dürfte Timo Werner vom FC Chelsea London wohl fix gesetzt sein. Mit Kevin Volland vom AS Monaco hat Löw allerdings einen sehr guten Ersatzmann auf der Bank.

In einem Interview nach dem Trainingslager in Seefeld, sprach der Bundestrainer von einer ausgezeichneten Stimmung im Team. Alle sind motiviert und fiebern dem ersten EM-Spiel gegen Weltmeister Frankreich entgegen. Mats Hummels und Thomas Müller hätten sich zudem wieder bestens in die Gruppe eingefügt. Seine taktischen Vorgaben möchte er für die Gruppenphase nicht ändern. Vielmehr kommt es jetzt auf die Geschlossenheit und dem Teamgeist an, ob die EM 2021 erfolgreich endet oder nicht.

Thomas Vogt

Thomas ist ein internationaler Fußballspezialist. Er gibt immer gute Ratschläge in Bezug auf Sportwetten.
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